NS - Lernlabor

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Ausstellung mit Schüler-Lernlabor „Schule im Nationalsozialismus“

In Zusammenarbeit mit Geschichtsdidaktikern, Historikern, Lehrkräften, Studierenden und Schülerinnen und Schülern entsteht derzeit ein neues Vorhaben für das Schulmuseum: Eine Ausstellung kombiniert mit einem geisteswissenschaftlichen Schüler-Lernlabor zum Thema „Schule im Nationalsozialismus“.

Was ist ein Lernlabor?

In einem Lernlabor können sich Schülerinnen und Schüler die Inhalte durch selbstständiges Arbeiten und Experimentieren erschließen. Das Schulmuseum hat mit „Matheland“ und „Technikland“ bereits zwei naturwissenschaftliche Lernwerkstätten konzipiert. Nun wird diese Reihe um ein geisteswissenschaftliches Lernlabor ergänzt. Vier bis fünf Themeninseln nähern sich dem Kernthema „Schule im Nationalsozialismus“ aus verschiedenen Perspektiven. Jede dieser Themeninseln kombiniert ein Ausstellungsmodul mit Filmstation mit einem Modul, das aktuelle Schülerprojekte präsentiert, und – als Herzstück der Themeninsel – mit einem Lernlabor. Lernarrangements ermöglichen hier ein selbstständiges Arbeiten mit Originalen und Repliken aus der Schulgeschichtlichen Sammlung. Im Mittelpunkt steht die Frage nach den Motiven und Ursachen für das Verhalten der Menschen in der NS-Diktatur: Anpassung, Zustimmung, Begeisterung oder Ablehnung und Ignorieren.

Die Themen werden anhand von Biografien (soweit möglich von zeitgenössischen Kindern und Jugendlichen) und Alltagsgeschichten „erzählt“. Die Perspektive des Schulalltags wird stets mit den übergeordneten großen historischen Fragen und Themen verknüpft. Die Inhalte orientieren sich am Lehrplan für den Geschichtsunterricht.

Zielgruppe

Ausstellung und Lernlabor sind für Schülerinnen und Schüler von Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien, aber auch für Erwachsene konzipiert. Besonders das Lernlabor ermöglicht eine Annäherung an das Thema Nationalsozialismus auf eine sehr persönliche Weise.

Projekt "Doppelter Perspektivenwechsel", gefördert von der Robert Bosch Stiftung

Um die Effizienz des Lernlabors zu stärken, werden intensiv Schülerinnen und Schüler in die Entwicklung und Evaluation eingebunden. Dadurch wird die Berücksichtigung der Interessen, Wahrnehmungsformen und Arbeitsweisen der zentralen Zielgruppe des Lernlabors, nämlich der Schüler, stärker gesichert.

Das von der Robert Bosch Stiftung geförderte Projekt

Doppelter Perspektivenwechsel: Schülerinnen und Schüler entwickeln wissenschaftliche Lernlabore für Schulen zum Thema „Schule im Dritten Reich“

ist eine Kooperation des Schulmuseums der Universität Erlangen-Nürnberg mit Geschichtsdidaktikern und Schulen aus Nürnberg und dem Umland, 2013 – 2014.

Das Projekt möchte im Rahmen der gemeinsamen Entwicklung des historischen Lernlabors unter Schülerinnen und Schülern Interesse und Offenheit gegenüber Wissenschaft fördern. Die beteiligten Klassen werden vor allem an dessen schülergerechter Ausrichtung arbeiten.

Doppelter Perspektivwechsel: Die Reflexion von Schulgeschichte und von didaktischen Methoden (Lernlabor, Schule, Wissenschaft). Dadurch sowie durch die enge Zusammenarbeit mit Geschichtswissenschaftlern und Geschichtsdidaktikern und durch die Einbindung in den Entwicklungsprozess des Lernlabors möchte das Projekt zugleich beitragen:
- zur Orientierung für die spätere Berufsentscheidung der Jugendlichen
- zur Förderung einer Beschäftigung von Jugendlichen mit dem „Dritten Reich“
- zur Stärkung der schulischen Vermittlung des Themas „Nationalsozialismus“
- zur Weiterentwicklung geisteswissenschaftlicher Lernlabore, die es – im Gegensatz zu naturwissenschaftlichen – bislang im Bundesgebiet nur sehr selten gibt (z. B. in Bochum, Berlin, Hannover und Hamburg).